Freitag, 30. März 2012

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand


Allan Karlsson musste nicht hundert Jahre alt werden, um zu erkennen, dass das Leben manchmal mehr mit einem vorhat. Doch an seinem hundertsten Geburtstag, beschloss Allan das Glück nochmals herauszufordern. Er floh aus seinem Zimmerfenster (im Erdgeschoss), um somit seiner Geburtstagsfeier mit der übellaunigen Pflegerin Alice, dem Bürgermeister und Presseleuten zu entkommen.
Die eher spontane Flucht war jedoch bloss der Anfang eines turbulenten Abenteuers, welches nicht selten durch eine Kettenreaktion von mehreren Zufällen ins Rollen kam. Jedenfalls wurde Allan kurzerhand Besitzer mehrerer Millionen Kronen, schliesst Freundschaft mit Kleinkriminellen, Imbissbudenbesitzern, sowie tonnenschweren Vierbeinern und wird gleichermassen von der Polizei, wie der schwedischen Mafia gejagt.
Glücklicherweise schreckt vor allem letztere Tatsache den hundertjährigen Allan wenig ab, da er durch frühere Bekanntschaften mit Genosse Stalin, Mao Tse-tung oder auch Einstein, schon in weiss Gott verzwicktere Situationen geraten war.

Der Erstling des Schweden Jonas Jonasson wird zu Recht als „Bestseller“ betitelt.
Man kann von Glück sprechen, dass der Autor seine Medien-Consulting-Firma verkauft und beschlossen hat, sich im schweizerischen Tessin niederzulassen und sich fortan dem Schreiben zu widmen.
Ich freue mich auf jeden Fall auf sein nächstes Buch, welches derzeit unter Jonasson‘s eifrigen Fingern entsteht.

Montag, 26. März 2012

Diane Arbus – Ausstellung


Diane Arbus (1923 bis 1971) war eine faszinierende Persönlichkeit. Ihr Leben war ein andauender Kampf zwischen Anerkennung, Verständnis, Familie und Ehrgeiz. Viel zu früh gab Diane Arbus diesen leider auf.

Geblieben ist uns glücklicherweise ihr Lebenswerk. Sie war eine Revolutionärin in ihrem Fachgebiet, der Fotografie. Denn man könnte fast sagen, sie hätte es zu ihrer Lebensaufgabe gemacht, den Sinn der Fotografie zu finden. Ihre Bildern lösen beim Zuschauer gleichermassen, Bewunderung, Faszination, aber auch Unverständnis aus. Arbus balancierte mit ihren Kunstwerken bewusst auf dem Schmalen Grad zwischen Ästhetik und Ekel. Ihre Bilder sind unverschnörkelt, unverblümt und doch fröhlich, lebendig und einfühlsam.




Nachdem Arbus den Auftrag erhielt, bekannte Persönlichkeiten zu porträtieren, erkannte sie den Reiz an unüblichen Szenerien und starken Charakteren. Sie begann mit einer Serie von Zwillingen und Drillingen ihre eigenen Interessen zu verfolgen. Schlussendlich spezialisierte sie sich auf die Porträtierenden von schillernden Figuren wie Jahrmarktartisten, Nudisten, Transvestiten, Exzentrikern sowie geistig und körperlich Behinderten. Die meisten Bilder schoss sie zwischen 1950 und 1960. Ihre Sujets fand sie grösstenteils rund um New York.




Dieses Jahr ermöglicht das Fotomuseum Winterthur, durch eine grosse Retrospektive einen Einblick in die berufliche, wie auch private Welt von Diane Arbus. Für die Ausstellung wurde eine Auswahl von rund zweihundert Fotografien getroffen. Es braucht daher etwas Geduld, die sehr umfangreiche Ausstellung zu besichtigen. Glücklicherweise sprechen die Bilder grösstenteils für sich selbst und können schnell aufgenommen werden.




Diane Arbus – Ausstellung
Vom 03.03.12-28.05.12
Im Fotomuseum Winterthur

Dienstag, 20. März 2012

Sieben verdammt lange Tage – Jonathan Tropper



Eine schrecklich verrückte Familie

Jeder Mensch hat seinen eigenen Rucksack den er während seines Lebens füllt. Manchmal kommt es vor, dass eben dieser Rucksack beim gemeinsamen „Pick-Nick“ mit Familie und Freunden geöffnet wird. Dadurch kommt schnell zum Vorschein, wer welche Zutat zum Sandwich beigetragen, den Apfel des andern angeknabbert oder ihm in die Saftflasche gespuckt hat.
Zu solch einem „Pick-Nick“ muss die Romanfigur Judd Foxman erscheinen, nachdem sein Vater gestorben ist und er als halbherziger Jude, zusammen mit seiner etwas verrückten Familie, sieben Tage lang, Totenwache halten muss. Dabei lässt keiner der Familienangehörigen auch nur eine Möglichkeit aus, um Judd an den Inhalt seines Rucksacks zu erinnern oder ihn durch wahnwitzige Aktionen in der Gegenwart, in der sie auf engstem Raum zusammengepfercht verharren müssen, in den Wahnsinn zu treiben.

Dadurch wird der arme Judd sieben Tage lang damit konfrontiert, dass er beispielsweise beim realen oder fiktiven, (un)freiwilligen Sex mit alten und neuen Bekanntschaften an den Sex seiner Noch-Ehefrau mit seinem Ex-Chefs denken muss. Während andere Angehörige seiner Familie etwas lockerer mit dem Thema Ehebruch, beziehungsweise ausserehelichen Aktivitäten, umzugehen scheinen.

Der ideale Einstieg in den Frühling

Kurz und knapp; Das Buch von Jonathan Tropper ist ein echter Brüller. Eine richtig unterhaltsame Tragik-Komödie, bei der eine traurige und auch ernste Angelegenheit, mit viel Witz und Feingefühl enttabuisiert wird.  Obwohl sich gegen Mitte des Buches, die zunehmend surreal erscheinenden Ereignisse fast überschlagen und es von klischeehaften Charakteren wimmelt, zieht das Buch einem bis zur letzten, der über 400 Seiten in seinen Bann. Es ist ein echter Gute-Laune-Macher!

Freitag, 16. März 2012

Fashion-Shows Herbst-Winter 2012/2013


Ich denke es ist nicht übertrieben, wenn ich behaupte, dass wir Normalsterblichen – in diesem Leben zumindest – nie mit einer Einladung, zu einer der grossen Fashionshows, in den angesagten Modemetropolen, rechnen können.

Schon seit Februar laufen in Mailand, Paris, New York und London die grossen Shows.
Und zum Glück bleibt es uns nicht ganz verwehrt, die neuen Herbst/Winter-Kollektionen von Givenchy, Chloé, Jil Sanders, Akris und co. zu sehen, noch bevor sie in Mode-Magazinen gedruckt werden.

Auf der Webseite der deutschsprachigen Elle, wird man ziemlich vollumfänglich über die kommende Wintermode im Bilde gehalten. Alle jene, die nicht bis im Spätsommer warten wollen oder – wie ich – einfach immer schrecklich Neugierig sind, welche Teile als nächstes unsere Herzen schneller schlagen lassen oder mit einem Stirnrunzeln schon im Voraus als No-Go abgestempelt wird, sollten : „ elle.de/fashionshows“ einen Besuch abstatten.

Dienstag, 13. März 2012

"Die Kunst des klaren Denkens"



Es war der Silvesterabend letzten Jahres,  als mich der Zufall nach Basel und zu Rolf Dobelli führte.

Eigentlich wollte ich nach Solothurn fahren, erwischte in Olten aber idiotischerweise den falschen Zug und landete kurzerhand in Basel. (In Basel! An Silvester!)
Um Zeit zu schinden, begab ich mich in den einzig brauchbaren Laden vor Ort, die Restseller-Buchhandlung vom "Orell Füssli".
Wo ich ihm direkt in die Arme lief. Nein, nicht Rolf Dobelli, aber seinem neuen Buch "Die Kunst des klaren Denkens". Es lag etwas verloren zwischen all den Romanen, Frauenbüchern und Krimis im Regal. Um ihm weitere Tage, des qualvollen Wartens ersparen zu können, zeigte ich dem verwaisten Buch den Weg in meine Handtasche.

Erst einige Wochen später, beim Besuch anderer Buchhandlungen, in anderen Städten, wurde das besagte Buch, überall als Bestseller angepriesen.

Vielleicht lieg das daran, dass Rolf Dobelli doch schon zu den alten Hasen im Business zählt. Vor über zehn Jahren fing er mit dem Schreiben an und hat seitdem schon mehr als 6 Bücher herausgebracht. Nachdem er bei aktiven Zeitungslesern  vor allem durch seine Kolumnen,  bei der SonntagsZeitung oder der Frankfurter Allgemeine Zeitung, bekannt wurde, ist er, spätestens seit seinem neuen Bestseller, auch in der breiten Öffentlichkeit in aller Munde.




Illustrationen von Birgit Lang

In seinem neuen Buch geht es um die 52 häufigsten, kleinsten, grössten, schlimmsten oder auch nebensächlichsten Denkfehler. Die wir auf jeden Fall so oder so, besser anderen überlassen, wie der Autor empfiehlt. Der Leser wird darüber aufgeklärt; dass etwas nicht richtiger wird nur weil dies Millionen von Menschen behaupten; wieso wir unser eigenes Wissen oft überschätzen oder warum wir so gerne an Theorien festhalten, von denen wir ganz genau wissen, dass sie falsch sind.

Das Buch ist durch  die vielen "Aha"- "Ach so"- und "Ich hab's ja immer schon gesagt"-Momente ein richtiges Lesevergnügen. Da die einzelnen Themen nur wenige Seiten lang sind, kann das, trotzallem mit sehr viel trockener Theorie vollgestopfte, Buch auch gut einmal zur Seite gelegt werden. Die Verschnaufpause wiederum kann genutzt werden um sich das neuerworbene Wissen mantramässig einzuflössen oder um die tollen, bunten Illustrationen von Birgit Lang anzuschauen, welche das Buch gekonnt auflockern.






Samstag, 10. März 2012

Pariser Traditions-Marken feiern Jubiläum



Das Traditionshaus Hermès feiert dieses Jahr sein 175-jähriges Bestehen.
Als Thierry Hermès 1837 sein Sattlergeschäft in Paris eröffnete, gehörten vor allem Besitzer von Pferdekutschen zu seiner Kundschaft. Von einem bekannten und revolutionären Modehaus war das Traditionsunternehmen, das noch heute in Familienbesitz ist, noch weit entfernt. Erst als Baron Haussmann um 1878 die Stadt in eine mondäne Metropole verwandelte, wurde auch bei Hermès eine neue Ära eingeläutet.

Das diesjährige Jubiläum nutze der heutige Chefdesigner der Damenmode, Chritophe Lemaire, um aus der aktuellen Sommerkollektion eine Hommage an die Tradition des Hauses zu kreieren. Sie weist teilweise orientalische Schnitte auf und ist grösstenteils in den Farben Kobaltblau und dem typischen Hermès-Orange gehalten. Da die Kollektion, die Anfangsphase des Labels erinnern soll, trägt sie sinnigerweise den Namen „Reise“.





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60 Jahre ist es her, dass Modedesignerin Gaby Aghion ihr Heimatland Ägypten verliess, um in Paris die Luxus-Marke Chloé zu gründen. Ihre „Prêt-à-porter“-Mode sollte das freigeistige Flair des Paris der 50er-Jahre wiederspiegeln. Mit der ersten Modeschau 1956, schaffte es Aghion, sich in der grossen Pariser Modeszene Verhör zu verschaffen. Schlussendlich wurde sie vor allem von Künstlerinnen und Existenzialisten gefeiert, da sie mit ihren lockeren, lässigen Outfits eine Alternative zu strengen, eher bourgeoisen Kollektionen von Modelabels wie Dior, bot.
Da das Designer-Karussell auch vor Chloé nicht Halt machte, haben schon etliche Designergrössen wie Karl Lagerfeld, Phoebe Philo oder Stella McCartney das Label neuinterpretiert. Die jetzige Chefdesignerin Clare Waight Keller beendete die Experimentierzeit mit der aktuellen Sommerkollektion. Kleider mit fliessenden Silhouetten, weite Hosen, körperumspielende Oberteile und stimmige Nudetöne sollten die ehemalige Lässigkeit des Labels hervorheben.





Mittwoch, 7. März 2012

SEASON – Macht dein Leben bunter



Vor einigen Tagen spazierte ich, natürlich nicht ganz zufällig, im grossen Press&Books des Zürcher Hauptbahnhofs, zwischen den vielen Zeitschriften-Inseln hindurch. Da lag es plötzlich vor mir – das SEASON. Es war Liebe auf den ersten Blick. Ich wunderte mich natürlich, warum mir dieses Magazin zuvor noch nie zwischen die Finger geraten war. Den Grund dafür entdecke ich nach kurzem Durchblättern, das Magazin ist erst seit Anfang 2012 auf dem Markt. Stolz auf meinen Fund steuerte ich auf die Kasse zu.
Man fragt sich verständlicherweise bei jeder Zeitschrift, die neu auf den Markt kommt, ob wir nun echt „darauf“ gewartet haben. Da es von Magazinen über Mode, Frisuren, Sport, Finanzen, Backen, Gartengestaltung etc. nun wirklich schon mehr als genug gibt. Mit gutem Gewissen behaupte ich in diesem Fall, dass wir wirklich auf diese Zeitschrift gewartet haben!






Denn das SEASON ist extrem vielseitig, will heissen, es ist perfekt für alle, die sich gleichermassen für die neusten Modetrends, Kochrezepte, Schönheits-Tipps und Wohnungseinrichtung interessieren, deswegen aber nicht zehn verschiedene Magazine kaufen wollen – bei denen es dann, dank zu viel unnötiger Information und Werbung, sowieso nur beim Durchblättern bleibt.
Das Pünktchen auf dem I bildet das echt überzeugende Design. Mit dem schlichten, weissen Hintergrund und der schnörkellosen, gut lesbaren Schrift ist es nicht nur super übersichtlich gestaltet sondern echt chic gelayoutet. Aufgepeppt wird das Ganze durch die vielen bunten, kontrastreichen Fotografien.
Schnapp dir das neue SEASON und verlieb dich neu!
Es erscheint alle zwei Monate und besticht durch seinen einzigartigen Tiefpreis von 3.30 Franken.

Sonntag, 4. März 2012

Kate Moss bei Mango



Kate Moss ist das neue Gesicht der Frühling/Sommer-Kollektion 2012.
Man ist sich dabei nicht sicher, ob die sonst so feurigen Spanier des Modehauses Mango die rebellische Kate Moss etwas zähmen mussten, damit sie als neues Aushängeschild der Marke funktioniert.

Zwar posiert das bekannte Topmodel gekonnt wie eh und je für den Fotografen Terry Richardson in einer Londoner Villa, doch versucht sie für einmal ohne laszive Verrenkungen und Schmollmund zu punkten. In weissen Jacketts, rosa Ringelpullovern und pinken Kleidchen versucht die, sonst eher rockige Kate, eins auf braves Mädchen zu machen.


Zugegebenermassen war es definitiv ein cleverer Schachzug Kate ins Boot zu holen. Denn was ein bekanntes Model wie Kate trägt, wollen wir doch au. Oder etwa nicht!?

Doch Topmodel hin oder her;  die lässigen, total légeren und auch chicen Teile der neuen Kollektion wecken in jedem von uns das selbstbewusste Model, die stilvolle Diva oder auch den coolen Rockstar.