Mittwoch, 25. April 2012

"Model - Ich " von Eva Padberg




Wollten sie früher Prinzessin werden - träumen sie heute von Modelkarrieren

Bald steht er wieder vor der Tür, der „Elite Model Look Switzerland“. Gesucht werden Mädchen und junge Frauen im Alter von 14 bis 22 Jahren. Mindestgrösse 174 Zentimeter sind Bedingung, mit den restlichen Traummassen ausgestattet zu sein ist von Vorteil.
Dank Fernsehen und Klatschmagazinen glauben heutige Mädchen voll und ganz über den Model-Alltag Bescheid zu wissen. Doch sollten junge Mädchen die vom Laufsteg, teuren Designerklamotten und champagnergefluteten Partylocations träumen, die Nase besser raus aus den Lügenblättchen und dafür rein ins Buch des deutschen Models Eva Padberg stecken.



Ehrlichkeit ist der Feind der Medien und Massen

Warum nun gerade ein Model ein Buch schreiben muss, hat sich Eva Padberg selbst auch gefragt. Doch das sie eindeutig das Zeug zum Schreiben hat, entgeht einem auf den 147 Seiten ihres Buches, welches 2011 erschien, definitiv nicht. In den 41 Kapiteln von A wie Arschritt, über L wie Lustobjekt oder Q wie Quatsch zu Z wie Zukunft, erzählt Eva Padberg herrlich frisch und unverblümt über ihr Leben als Model, Tochter, Ehefrau, Musikerin, Schwester, UNICEF-Botschafterin und verhindertem Promi.



Sie nimmt kein Blatt vor den Mund wenn sie über die üblichen Shooting-Retusche-Methoden, wie Silikon-Einlagen – genannt Chicken Fillets – oder körpermodellierendes Klebeband  redet. Sie schämt sich nicht dafür zuzugeben, dass sie es bevorzugt Business-Class zu fliegen, eine Putzfrau hat und einen separates Klamotten-Zimmer besitzt, jedoch froh ist fern ab von Glamour und künstlichem Promi-Getue zu leben. Dies beweist sie durch ihre sehr charmante, natürliche Art, welche zum Vorschein kommt, wenn sie darüber berichtet bei ihrer ersten „Bambi“-Moderation fast in die Hose gepinkelt zu haben, sich aber gleichzeitig nichts daraus macht nackt vor einer Kamera zu posieren oder von ihren beruflichen Tiefschläge erzählt, welche sie um ein Haar dazu veranlasst hätten ihren Modeltraum an den Nagel zu hängen.



Eva Padberg ist ein sehr charismatischer Mensch. Offen, ehrlich, intelligent, kreativ und glücklicherweise mit vielen Talenten gesegnet. Weshalb sie nicht nur als Model, sondern auch als Moderatorin im Fernsehen und als Sängerin an der Seite ihres Mannes von sich hören lässt. Natürlich hat es eine bekannte Modelgrösse einfacher nebst dem Modeln auch Moderations-Angebote zu angeln  oder eine Musik-Karriere zu starten. Doch muss gesagt werden, dass Eva Padberg ihre Model-Karriere durch harte Arbeit und sicher nicht durch ihren Bekanntheitsgrad vorantrieb.
Ihr Buch „Model- Ich“ ist im Grossen und Ganzen gesehen eine gute Mischung zwischen eher sachlich beschriebenem Fachwissen und lockerflockiger Autobiografie. Es liest sich schnell und leicht. Unteranderem auch dank dem sehr hübsch gestalteten Layout. Der einzige Minuspunkt vergeb ich für die ständigen Themenwiederholungen in manchen Kapiteln.

Als krönenden Abschluss noch mein persönlicher Tipp für alle Fans von eher minimal gehaltener Musik – ich nenne es „Deep House“, sie selbst nennt es Techno – ist „Fluffy Cloud“ von Dapayk&Padberg, erschienen 2012 auf ihrer neusten Scheibe „Sweet Nothing“.

Donnerstag, 19. April 2012

Fotomuseum - Inventar von Jean-Luc Cramatte

Serie Supermarket (2006/2011)

Seit über zwanzig Jahren beschäftigt sich Jean-Luc Cramatte mit der Umsetzung eines fotografischen Inventars. Cramatte ist ein obsessiver Bildersammler, ob es sich nun dabei um seine eigenen Bilder oder gefunden Fotografien handelt.
Seine Bilder erlangten Wiedererkennungswert durch die konsequente Arbeit in Serien. Er schaffte es immer wieder scheinbar unscheinbare Dinge in ein faszinierendes Mosaik einzufügen; ob er sich nun bei Streifzügen durch Basel zum Ziel gesetzt hat, die letzten Grünflächen der Wohnquartiere aufzusuchen, die mystische Stimmung rund um die Schweizer Grenzlinien einzufangen versucht oder Einblicke hinter nostalgische Postschalter gewährt.

Paysage de ferme (2011-2012)

Cramatte geht bei seiner Arbeit wie ein Spurensicherer vor. In dem er akribisch Details aufspürt, sie festhält und sie wiederum in ein Gesamtpaket fliessen lässt. Diese Vorgehensweise zeigt sich nicht nur in seinen Serien sondern auch in seinen Collagen, die er mit Texten, Fotografien, Objekten und Musik erarbeitet hat. Cramatte schafft es immer wieder seine Zuschauer in seinen Bann zu ziehen, denn seine Werke sind vor allem sehr poetisch.





Cramatte ist derzeit zu sehen im:

Fotomuseum Winterthur
 Vom 3. März – 28. Mai 2012
Eintrittspreis 15.- / 10.-

Sonntag, 15. April 2012

Junge Schwester-Linien

Victoria  von Victoria Beckham


Niemand würde sich getrauen Magazine wie die Vouge, die Elle oder die Madame mit einer Cosmopolitan oder einer INStyle zu vergleichen. Jedoch haben sie diesen Frühling eines gemeinsam. Auf der Suche nach den „IN‘s und OUT’s“ der Saison, haben alle die Schwesterlinien von bekannten Designern wie Karl Lagerfeld, Victoria Beckham oder Sophia Kokosalaki zum absolutes „IN“ erkoren.

Karl  von Karl Lagerfeld



 
Der Sinn der „Schwesterlinien“ ist es die „Haute Couture“-Teile vom Laufsteg in die „Prêt-à-Porter“- Form zu quetschen und somit in die Ladenregale zu bringen. An ein jüngeres Publikum gerichtet soll sie daher auch erschwinglich für jedermann respektive jederfrau sein.
Dies wiederspiegelt jedoch „leider leider“ nicht immer die Realität. Beispielsweise sind die Kleider der Linie Victoria von Victoria Beckham oder jene der Grey Line von Hussein Chalayan, zwar halb so teuer wie die Originale, gehören mit durchschnittlichen Preisen von 400 bis 800 Euros jedoch schon wieder zu einer höheren Preisklasse.
Da setzen sich Karl Lagerfeld mit der Karl- Kollektion oder Sophia Kokosalaki mit der Kore-Linie, mit Preisen zwischen 100 bis 500 Euro schon deutlicher fürs kleinere Budget ein.

 

Ein zusätzlicher Pluspunkt vergebe ich der nachhaltigen Linie Kore von Sophia Kokosalaki. Die für den Online-Shop ASOS  kreierte Kollektion ist auf einer Zusammenarbeit mit einem Ausbildungs- und Sozialen Hilfsprogamm in Sri Lanka aufgebaut. Beispielsweise werden traditionelle Handwerke, wie das Herstellen von Klöppelspitzen unterstützt, in dem sie direkt in der Kollektion verwendet wurden und den Arbeiterinnen somit ein sicheres Einkommen ermögliche, ohne grossen Lohnverlust durch langwierigen Zwischenhandel.




Samstag, 7. April 2012

Mode-Illustration

René Gruau

Modezeichnen ist leider nicht nur eine vernachlässigte, sondern nahezu vergessene Kunst.

Die Mode-Illustration entwickelte sich als eigene Kunstform nur sehr langsam, da sie vom sozialen Aufstieg der Gesellschaft abhängig war. Ist jedoch bis in die Renaissance zurück zu verfolgen. Zu dieser Zeit waren Modezeichnungen jedoch eher in Form von Arbeits- oder Skizzen-Zeichnungen für Damen- und Herrenschneider anzutreffen. Erst während des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts entwickelte sich die Modezeichnung zu einer halbwegs unabhängigen Kunstform, in dem sie sich von ihrem ursprünglichen Zweck entfernte und mehr und mehr für Werbezwecke verwendet wurde.
Der entscheidende Wendepunkt für Mode-Illustrationen ereignete sich nach dem Ersten Weltkrieg. Mit Paris und Berlin waren damals gleichzeitig zwei Hauptstädte Mode-Hochburgen, welche deshalb ihre Kundinnen mit neuen Mitteln anzuwerben versuchten. Gesellschafts-Magazine wie die Vouge oder Harper’s Bazaar dokumentierten neuerdings nicht nur das Leben Privilegierter, sondern sollten als neue modische Orientierung für nationale wie internationale Kundschaft dienen. Um der grossen Nachfrage an Werbe-Bildern nachzukommen, entstand daher ein regelrechter Boom der Mode-Illustrationen.

Georges Lepape
Beinahe so schnell wie ihr Aufstieg, war jedoch auch der heimliche Niedergang der Mode-Illustration.  Die ersten Modefotografen waren die grössten Konkurrenten der Illustratoren und waren, durch die rasant fortschreitende Technik in der Film- und Kameratechnologie, auch nicht aufzuhalten. In den späten Dreissigern, als die Farbfotografie die ältere schwarz-weisse Schwester ablöste, war es endgültig um die Illustrationen geschehen.
Auch wenn vor allem die französische, britische und amerikanische Vouge noch lange mit den grossen Illustratoren wie Gruau, Eric, Bouché, oder Bouët-Willaumez zusammenarbeiteten. Die mit den unterschiedlichsten Techniken den Esprit der Haut Couture treffender widergeben konnten als jede Fotografie. Verschwanden auch jene Grössen ohne gebührenden Abschied von der Bildfläche.
Glücklicherweise gibt es Wege, damit die grössten Künstler der Modegeschichte, auch in der heutigen Zeit nicht in Vergessenheit geraten;



Bilder der Mode

Das Buch „Bilder der Mode – Meisterwerke der Modezeichnung aus 100 Jahren“ wurde von der Galeristin  Joëlle Chariau, Ende 2011, als deutsche Übersetzung herausgebracht. Anlässlich einer Ausstellung im Design Museum in London, erschien die englische Originalausgabe im März 2011. Mit den Bildern von 16 Künstlern, darunter Georges Lepape, Eric, René Gruau, Antonio, Mats Gustafson oder auch Francois Berthoud, ist in diesem Buch eine breite Palette an Künstlern der letzten hundert Jahre vertreten.

René Bouche 1940 - Bernard Blossac 1950

René Gruau 1948 und 1950

Antonio beide 1965

Antonio 1967 und 1966



Meister der Eleganz



Im BMW-Museum in München findet, noch bis zum 30. Juni 2012, eine Sonderausstellung der Werke des Mode-Illustrators René Gruau statt. Gezeigt werden Modezeichnungen aus den Jahren 1946-2000. Ermöglicht wurde die Ausstellung durch Joëlle Chariau, welche die Galerie Bartsch&Chariau in München leitet und den Nachlass des Künstlers verwaltet.


Dienstag, 3. April 2012

Globus – Nicht alles was glänzt muss teuer sein


Neue „Fashion Boutiquen“

Anfangs Saison verkündete Globus im hauseigenen Magazin „Globus Voyage“, sie hätten sich für ambitionierte Fashionistas etwas ganz Exklusives ausgedacht. In ihren neukonzipierten „Fashion Boutiquen“ befänden sich die angesagtesten Teile von Fashion-Newcomern, sowie eine breite Palette an Must-haves der Saison. Kurz und knapp, alles was das Mode-Herz begehrt.

Ganz übertrieben ist diese Behauptung tatsächlich nicht. Globus hat sich viel Mühe gegeben frischen Wind ins Haus zu lassen. Mit der Kollektion von The Kooples wurde eine der angesagtesten Modemarken aus Paris ins Sortiment aufgenommen. Auch die neu angebotenen Accessoires von Elliot Mann ziehen durch ihren lässigen, frischen Hippie-Chic viel Aufmerksamkeit auf sich.






Mode für das kleinere Portemonnaie

Obschon die oben genannten Marken natürlich „globuslike“ und somit totschick und trendig sind, bestechen sie nicht gerade durch eine niedrige Preisklasse. Weshalb es Mal an der Zeit wäre, mode- und qualitätsbewussten Frauen, mit schmälerem Budget, auf das preisgünstigere Sortiment von Globus aufmerksam zu machen. Für jenes, Globus selbst selten Werbung macht;
Beispielsweise sind in der Damen-Abteilung hippe, bunte Zigaretten- und Chino-Hosen für 69.- Franken respektive für 119.- Franken erhältlich. Weitere tolle Angebote findet man auch in den Accessoires-Abteilungen in Form von farbigen Gloria Ortz-Ledertaschen für 119.- Franken, trendigen Holz-Plateau-Sandalen für 69.- Franken oder geflochtene Perlen-Armbändern für 14.90 Franken.

Es lohnt sich auf jeden Fall, einen Nachmittag auf die Suche nach den preisgünstigeren Teilen zu machen. Wer lieber gezielt auf Kleiderfang geht, kann vor dem Ladenbesuch das Web-Magazin unter: http://www.globus.ch/de/damen/aktuell/voyage-blaetterbares-magazin.html durchblättern.